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Foto: Podiumsdiskussion zur Verkehrswende

 

 

 

Diskussion und eine fehlt: die Kommunikation

Die Verkehrswende ist ohne Zweifel ein polarisierendes Thema: Auf der einen Seite stehen die Verfechter des »MIV« (Motorisierter Individual-Verkehr), die in jederm Ausbau von ÖPNV oder Radverkehr ihre Freiheit bedroht sehen; auf der anderen Seite die Fans ebendieser letztgenannten Verkehrsmittel, die vom täglichen Mobilitätskollaps samt Lärm- und Schadstoffbelastung längst die Nase voll haben.

Da liegt es nahe, Experten Fakten sammeln zu lassen und sie dann mit Gegnern und Befürwortern an einen Tisch zu holen, um sich gemeinsam damit auseinanderzusetzen. Leider wird statt »auseinandersetzen« bei solchen Veranstaltungen oft »auseinander setzen« draus – spelling matters! Jüngst (November 2018) erst wieder erlebt im Hannoverschen »Haus der Region« zur Podiumsdiskussion »Verkehrswende – aber wie?!«, die mehr als 250 Zuhörer anlockte: Nach zwei Fachvorträgen zur Einstimmung saßen die sechs Expert*innen auf dem Podium und sollten sich austauschen. Doch statt das gemeinsame Wissen synergetisch zu nutzen, reagierten alle Teilnehmer kaum auf Kritik oder bessere Argumente, sondern beharrten auf Ihren Standpunkten und wiederholten diese im Zweifel gebetsmühlenartig. Wieder einmal zeigte sich, dass hören nicht »zuhören« heißt, und verstehen nicht »verstanden haben«.

Dann gab es die eigentlich gute Idee der Bürgerbeteiligung. Wer jetzt erwartet hatte, es würden Wortmeldungen zugelassen und man könne seine Frage ganz simpel in ein Mikrofon sprechen mit Hoffnung auf direkte Antworten vom Podium, hatte sich getäuscht. Stattdessen wurde zunächst umständlich erklärt, auf welchem Wege man sich ins hauseigene WLAN einwählen könne. Derart high-tech-mäßig ausgestattet, »durfte« das Publikum seine Fragen per E-Mail schicken – wow! Während der Podiumsdiskussion wurde dann stumpf das Outlookfenster mit den einlaufenden Mails an die Wand projiziert und immerhin zweimal eine Zusammenfassung der »brennendsten Fragen« von einer Moderatorin verlesen – auf die die Diskutanten in ähnlicher Weise »eingingen«, wie oben schon beschrieben.

Man muss konstatieren: Wir leben angeblich im Kommunikationszeitalter, mit immer neuen technischen Möglichkeiten sich zu äußern, aber die Kommunikation selbst, ihr Wesen, das Miteinanderreden und Aufeinandereingehen, scheint sich immer mehr abzuschaffen. Dabei wäre es so einfach:

Einfach mal zuhören, um zu verstehen, statt nur zuzuhören, um zu antworten.

 

 

#diskutieren #Bürgerbeteiligung # zuhören

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